{"id":1956,"date":"2018-04-24T08:33:29","date_gmt":"2018-04-24T08:33:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.blog.amnistreasury.ch\/?p=1956"},"modified":"2021-06-25T13:33:28","modified_gmt":"2021-06-25T13:33:28","slug":"endlich-erstarkt-der-euro-ende-gut-alles-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amnistreasury.com\/de\/blog\/endlich-erstarkt-der-euro-ende-gut-alles-gut\/","title":{"rendered":"Endlich erstarkt der Euro: Ende gut, alles gut?"},"content":{"rendered":"<p>(www.economiesuisse.ch)<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Euro kostet wieder in etwa gleich viel wie w\u00e4hrend der Phase mit einer fixen Wechselkursuntergrenze von 1.20 Franken. Das erm\u00f6glicht der Exportindustrie, endlich wieder Margen zu erzielen, die Investitionen in die Zukunft erlauben. F\u00fcr die konjunkturelle Entwicklung viel bedeutsamer ist allerdings die gestiegene Nachfrage nach Schweizer Produkten und Dienstleistungen im Euroraum.<\/strong><\/p>\n<p>Wir erinnern uns: Am 15. Januar 2015 gab die SNB diese Untergrenze auf und der Franken wertete sich innert Minuten massiv auf. Der Frankenschock erzwang eine ganze Reihe von Anpassungen in der Wirtschaft: Restrukturierungen, Kostensenkungsprogramme und die St\u00e4rkung der Innovationskraft waren die zentralen Themen 2015 und 2016. Was waren die Folgen? Die Preise sind in der Schweiz gesunken, vor allem die Produzentenpreise, sodass die Schweizer Wirtschaft wettbewerbsf\u00e4higer geworden ist. Die Preise im Euroraum hingegen sind leicht gestiegen.<\/p>\n<h2>\u00abFairer\u00bb Wechselkurs L\u00e4ge bei 1.22 Franken<\/h2>\n<p>Ein \u00e4hnliches Bild zeigt sich im Tourismus. W\u00e4hrend ausl\u00e4ndische Destinationen tendenziell ihre Preise erh\u00f6ht haben, mussten viele Anbieter in der Schweiz Konzessionen eingehen. Real, also inflationsbereinigt, ist der Franken heute bei einem Wechselkurs von 1.20 weniger stark als 2014. Wenn man die Wechselkurse um diese Preiseffekte korrigiert, l\u00e4sst sich der \u00abfaire\u00bb Wechselkurs absch\u00e4tzen, wo die Preise im In- und Ausland real in etwa gleich hoch sind. Zur Berechnung vergleicht man am besten die Produzentenpreise, bei denen international gehandelte G\u00fcter ein wichtiger Bestandteil sind (w\u00e4hrend bei den Konsumentenpreisen nicht handelbare G\u00fcter wie der Besuch beim Coiffeur oder die Wohnkosten eine grosse Rolle spielen). Wo liegt derzeit also der \u00abfaire\u00bb Wechselkurs zum Euro? Gem\u00e4ss unserer Sch\u00e4tzung aktuell bei etwa 1.22. Die lange Phase der starken \u00dcberbewertung des Frankens ist also, zumindest vor\u00fcbergehend, vorbei.<\/p>\n<h3>Steigende Nachfrage im Euroraum<\/h3>\n<p>Der Schweizer Wirtschaft kommen nun zwei Effekte zugute. Erstens steht die Exportindustrie nun nicht einfach wieder am gleichen Punkt wie 2014, sondern ist im Vergleich zum Ausland deutlich wettbewerbsf\u00e4higer geworden. Sie kann nun also die Fr\u00fcchte der Massnahmen ernten, die in der m\u00fchsamen Phase der Frankenst\u00e4rke getroffen wurden. Die Herausforderungen wurden damals entschieden angepackt.<br \/>\n<strong> Nominaler Wechselkurs und der \u00abfaire\u00bb Wechselkurs (Kaufkraftparit\u00e4t CHF\/\u20ac): <\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/amnistreasury.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ppp-1024x544-1-1.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"544\" \/><\/p>\n<p>Zweitens erstarkt der Euro ja nicht einfach so, sondern weil die europ\u00e4ische Konjunktur endlich Fahrt aufgenommen hat. Damit steigt die Nachfrage nach Schweizer Produkten und Dienstleistungen im Euroraum. Und diese Nachfrage ist f\u00fcr die Schweizer Konjunktur viel entscheidender als der Wechselkurs. Letzterer verhilft aber zu h\u00f6heren Margen und sorgt daf\u00fcr, dass die Firmen wieder vermehrt in die Zukunft investieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<blockquote><p>Ein konjunktureller Einbruch und eine erneute Frankenaufwertung sind auch in Zukunft m\u00f6glich, ja sogar wahrscheinlich. Statt Sch\u00f6nwettergesch\u00e4ftsmodelle aufzubauen, sind innovative und wertsch\u00f6pfungsintensive Gesch\u00e4ftsfelder zu st\u00e4rken. Denn die Erfahrung lehrt: Nach jeder Phase mit Sonnenschein folgt irgendwann die n\u00e4chste Kaltfront. <small>Prof. Dr. Rudolf Minsch, Chef\u00f6konom economiesuisse.ch<\/small><\/p><\/blockquote>\n<h3>Keine Zeit f\u00fcr Sch\u00f6nwettermodelle<\/h3>\n<p>Die Schweizer Wirtschaft tut aber gut daran, das Tauwetter nicht als ewigen Sommer zu interpretieren. Die Schuldenberge in Europa, der fehlende Wille einzelner Staaten zu Strukturreformen und die riesige Geldmengenexpansion der Zentralbanken m\u00fcssen weiterhin im Auge behalten werden.<\/p>\n<p><small>(Dieser Artikel wurde urspr\u00fcnglich durch www.economiesuisse.ch ver\u00f6ffentlicht &#8211; <a href=\"https:\/\/www.economiesuisse.ch\/de\/artikel\/endlich-erstarkt-der-euro-ende-gut-alles-gut\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a> zum Orginal-Artikel)<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(www.economiesuisse.ch)\u00a0 Der Euro kostet wieder in etwa gleich viel wie w\u00e4hrend der Phase mit einer fixen Wechselkursuntergrenze von 1.20 Franken. Das erm\u00f6glicht der Exportindustrie, endlich wieder Margen zu erzielen, die Investitionen in die Zukunft erlauben. F\u00fcr die konjunkturelle Entwicklung viel bedeutsamer ist allerdings die gestiegene Nachfrage nach Schweizer Produkten und Dienstleistungen im Euroraum. 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